Herzlich willkommen!
Third Space
Träger der Kunstinstallation ist der gleichnamige Verein.
Spendenkonto: CH68 0076 9442 5268 3200 1
Nächste Veranstaltung
wird bald bekannt gegeben
Third Space ist ein Verein, in dem sich Kunst-, Kultur- und Medienschaffende, sowie Wissenschaftler:innen aus der Schweiz und Ländern des Nahen Ostens zusammengeschlossen haben. Der Verein wurde 2024 vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse des 7. Oktober 2023 und des darauffolgenden Kriegs in Gaza gegründet.
Diese Ereignisse verdeutlichen die Notwendigkeit, politische Grenzen zu überwinden und einen Raum zu schaffen, in dem die Menschlichkeit aller Beteiligten anerkannt wird. Der Verein zielt darauf ab, Brücken zu bauen, die über religiöse, ethnische und ideologische Unterschiede hinausreichen, um Empathie und Versöhnung zu fördern.
Kunstinstallation in Basel
Bilder vom 9. Dezember 2025, 12-16 Uhr – Kunstinstallation auf dem Theaterplatz in Basel



Podiumsdiskussion im
Münstersaal, Basel
Der 7. Oktober 2023, der Überfall der Hamas auf Menschen in Israel und der darauffolgende Krieg zwischen Israel und Gaza, bilden eine Zäsur, auch in der Schweiz. Seither sind gesellschaftliche Debatten von Polarisierung, ideologischen Verhärtungen und Entmenschlichung geprägt – in Politik, Kunst, aktivistischen Kontexten, an Universitäten und im privaten Umfeld.
Was sind die Ursachen dieser Polarisierung, und wie kann ein respektvoller, empathischer Dialog wieder möglich werden?
Bilder (František Matouš) vom 15. Januar 2026, 19:00 – 20:30 Uhr im Münstersaal in Basel – mit Rachel Manetsch, Alexandre Fasel & Kerem Adıgüzel, moderiert von Helene Aecherli












Das Podium zum Nachhören und -schauen auf unserem YouTube-Kanal:
Auf dem Podium:
Alexandre Fasel, Chefdiplomat der Schweiz, die Nummer zwei hinter Bundesrat Ignazio Cassis. Er ist seit September 2023 Staatssekretär im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten, dem EDA. Zuvor diente er als schweizerischer Sondervertreter für Wissenschaftsdiplomatie und war Botschafter im Vereinigten Königreich. In seiner Laufbahn befasste er sich insbesondere mit der europäischen Integration, der Schnittstelle zwischen Aussen- und Innenpolitik, sowie mit der multilateralen Diplomatie. Letzteres unter anderem als Chef der Abteilung Vereinte Nationen und als ständiger Vertreter der Schweiz bei der UNO in Genf.
Er sagt: «Wohlwollen ist als Wirkungsprinzip des Zwischenmenschlichen zentral, sonst ist es Berechnung.»
Rachel Manetsch – sie ist studierte Politologin und Unternehmerin mit jüdisch-israelisch-marokkanischen und Bündner Wurzeln. Nach einigen Jahren als Journalistin, bei tachles, hat sie 2010 eine Live-Marketingagentur gegründet. Sie arbeitet bei der Ideenentwicklung mit dem Konzept des Design Thinkings, um innovative Lösungen für komplexe Herausforderungen zu entwickeln.
Sie sagt: «Wir befinden uns in einem postfaktischen Zeitalter, wo in einer Diskussion Gefühle mehr als Fakten zählen.»
Kerem Adıgüzel, hat Mathematik, Informatik und Islamische Theologie studiert und ist bei den SBB als People Leader tätig, das eine Mischung aus Führungskraft, Linienvorgesetzter, Individualcoach und Unternehmensentwickler umfasst. Darüber hinaus ist er Imam beim progressiven Verein Al-Rahman – mit Vernunft und Hingabe – und Autor des Buchs «Schlüssel zum Verständnis des Koran» sowie Seelsorger.
Er sagt: «Menschen sind mehr als ihre Meinungen. Oft geht vergessen, dass mein Gegenüber mehr ist, als das, was er oder sie sagt.»
Moderation: Helene Aecherli, Reporterin und Redaktorin bei der Zeitschrift annabelle sowie freischaffende Journalistin und Moderatorin. Seit Jahren liegt der Fokus ihrer Arbeit auf Gender- und Menschenrechtsfragen, sowie auf den gesellschaftspolitischen Entwicklungen in Ländern Europas und des Nahen Ostens. Sie wurde mehrfach für den Zürcher Journalistenpreis nominiert, 2019 wurde sie zur Reporterin des Jahres gewählt.
Presse:
Den Konflikt nicht importieren
Presse: Es geht auch ohne Krawall und Hass –
das gibt Hoffnung
Presse:
Kunstaktion auf dem Theaterplatz
Projekt
Third Space ist eine immersive Kunstinstallation, die Reflexion, emotionale Verbindung und soziale Empathie hervorrufen soll. Sie verwandelt einen physischen Raum in einen Ort des gemeinsamen Trauerns und der Anerkennung und ehrt die im Israel-Gaza-Krieg verlorenen Leben, unabhängig von deren Nationalität oder Religionszugehörigkeit. Die Kunstinstallation umgeht die gängige Form der Kommunikation in Worten und legt einen Schwerpunkt auf Erleben, Fühlen und Wahrnehmen. Dies ist in einer so polarisierten und aufgeladenen Diskussion wie die um Israel-Palästina ein innovativer Ansatz, einer, der aus alten Mustern herausreisst.
Die Installation wird im öffentlichen Raum aufgebaut: Paarweise angeordnete, wackelige Stühle – Ausdruck dafür, dass nichts mehr geradesteht – laden dazu ein, schweigend Blickkontakt mit seinem Vis-à-vis aufzunehmen. Auf dem Boden liegt ein erdfarbener Teppich (Plane), auf dem mit schwarzer Acrylfarbe arabische, israelische und internationale Vornamen geschrieben sind. Die Namen stehen symbolisch für die getöteten Menschen. Diese Namen sind zusätzlich über eine Audioinstallation hörbar, wodurch ein eindringlicher Moment der Nähe zu den Opfern, zum Gegenüber und zu sich selbst entsteht.
Hintergrund
Verankert im Ethos des Vereins Der Dritte Raum, Third Space, ist das gleichnamige Kunstprojekt aus dem dringenden Bedürfnis entstanden, im Kontext des israelisch-palästinensischen Konflikts politische und ideologische Gräben zu überwinden sowie Empathie und Verbundenheit zu fördern. Aufbauend auf den Grundprinzipien der gemeinsamen Menschlichkeit, des Gedenkens und der Einheit, soll die Kunstinstallation eine Umgebung schaffen, in der Schweigen Bände spricht und Abwesenheit ebenso kraftvoll ist wie Präsenz.
Das Kunstprojekt Third Space möchte einen Raum schaffen, in dem sich Menschen mit verschiedenen Ansichten und Erfahrungen zum israelisch-palästinensischen Konflikt gegenübersitzen und die Anwesenheit des Gegenübers ertragen. Die Idee der nicht-Polarisation und des gemeinsamen Schweigens ist dabei zentral.
Das Schweigen ist Anfang der beginnenden Verständigung und des Gesprächs. Und genau hier fängt Third Space an: Es entsteht ein «dritter Raum», der ein alternatives, ein «drittes» Narrativ zum stark polarisierten Diskurs und den verhärteten Fronten aufzeigen und ermöglichen möchte. Deshalb soll das Kunstprojekt mit zwei bis drei Veranstaltungen begleitet werden, um dieses Gespräch zu beginnen und die Idee von Third Space weiterzuführen und bekannt zu machen.
Ziele
Die Schaffung eines Raums für stille Reflexion über die gemeinsamen menschlichen Kosten von Konflikten, insbesondere des aktuellen Israel- Gaza-Kriegs. Zweitens, die Förderung von Empathie durch das Auflösen wahrgenommener Grenzen zwischen «uns» und «ihnen», indem sich Personen mit unterschiedlichen Ansichten und unterschiedlicher Herkunft im Schweigen begegnen. Drittens, die Würdigung des Gedenkens an die getöteten Menschen in diesem Konflikt, indem ihre Abwesenheit spürbar und ihre Menschlichkeit unbestreitbar wird. Third Space dient sowohl als physischer als auch emotionaler Raum für den Dialog – nicht durch Worte, sondern durch Präsenz, Anwesenheit und gemeinsamer Erfahrung.
Die Kunstinstallation wird von Diskussionsveranstaltungen begleitet. Diese sollen dazu dienen, in das Thema einzuführen und zu erweitern, die Idee von Third Space bekannt zu machen und auf die Kunstinstallation hinzuweisen. Die Veranstaltungen finden im Rahmen eines Podiums statt, mit zwei bis drei Gästen. Im Idealfall finden die Gespräche auf Deutsch statt, Englisch ist jedoch auch eine Option. Die Moderation wird vom Projektteam übernommen.
Vorstand
Kerem Adıgüzel
Kerem Adıgüzel, (geb. 1987 in St. Gallen), studierte Mathematik und Informatik in Zürich und war Kompaniekommandant in der Armee. Seit 2006 ist er Redakteur des islamischen Wissensportals alrahman.de, studierte Theologie in der Koranforschungsgruppe Istanbul und ist Autor des Buchs Schlüssel zum Verständnis des Koran. 2017 initiierte und gründete er gemeinsam mit anderen den Verein Al-Rahman – mit Vernunft und Hingabe (alrahman.ch), der sich für freiheitliche Werte und islamische Spiritualität einsetzt und allen Menschen offensteht. Seit 2014 beschäftigt er sich aktiv mit islamischer Meditation (Dhikr) und Mystik und leitet in verschiedenen Formaten islamische Meditations- und Achtsamkeitsübungen und ist Seelsorger. Beruflich ist er als People Lead bei den SBB tätig. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Starrkirch-Wil.
Helene Aecherli
Helene Aecherli (geb. 1966 in Luzern) hat schweizerisch-schwedische Wurzeln und ist Reporterin und Redakorin bei annabelle, dem renommiertesten Frauenmagazin der Schweiz. Zudem arbeitet sie als freie Journalistin und Moderatorin. Darüber hinaus ist sie Koordinierende Herausgeberin des Wissenschaftsblogs der Schweizerischen Gesellschaft Mittlerer Osten und Islamische Kulturen, (SGMOIK). Nach ihrem Studium der Anglistik, Nordistik und Germanistik an der Universität Zürich und in den USA, begann sie ihre journalistische Laufbahn bei einer Schweizer Lokalzeitung und arbeitete bald darauf für nationale Zeitungen und Magazine. Ihr Fokus liegt auf Gender- und Menschenrechtsthemen sowie auf gesellschaftspolitischen Entwicklungen in Ländern des Nahen Ostens. 2019 wurde sie zur «Reporterin des Jahres» ausgezeichnet.
Dalit Bloch
Dalit Bloch (geb. 1959 in Beerscheba, Israel) wuchs im Kibbuz Gvulot auf, bevor ihre Familie 1966 nach Basel zog. Sie absolvierte die Schauspielakademie Zürich und ist seit über 40 Jahren als Schauspielerin, Regisseurin und Theaterpädagogin tätig. Neben vielen eigenen professionellen Projekten, begleitet sie mit grosser Leidenschaft auch Laientheatergruppen. 2010 initiierte sie das Projekt SalamShalom, das mit dem Stück Yalla jüdische und arabische Jugendliche in Jaffa/Tel Aviv auf die Bühne brachte. Die erfolgreiche Drei-Wochen-Tournee in der Schweiz bildete den Abschluss. 2020 gründete sie das Theater Power Flower, das sie leitet und in dem sie als Regisseurin wirkt. Für ihr Engagement erhielt sie 2021 den Basler Preis für sozialen Zusammenhalt. Sie ist Mutter von drei erwachsenen Kindern.
Jasmina El-Sonbati
Jasmina El-Sonbati (geb. 1960 in Wien) ist Französisch- und Italienischlehrerin am Gymnasium Leonhard in Basel. Sie ist Autorin von Moscheen ohne Minarett und Gehört der Islam zur Schweiz?. Sie hat ägyptisch-österreichische Wurzeln. Ihre Kindheit verbrachte sie in Kairo, bevor sie 1971 in die Schweiz zog. Sie setzt sich für einen fortschrittlichen Islam ein.
Gerhard Huber
Gerhard Huber (geb. 1955 in Luzern) war bis zu seiner Pensionierung Lehrer für bildende Kunst und Gestaltung. Seit den neunziger Jahren arbeitet er mit elektronischen und akustischen Klangerzeugern in Performance, Installation, Recording und Videovertonung, dies alles auch oft kombiniert.
Samuel Althof Kessler
Samuel Althof Kessler (geb. 1955 in Basel), Schweizer und israelischer Staatsbürger, ist Initiant des Projekts Third Space. Er war zwei Jahre Soldat in der israelischen Armee (IDF), bevor er desertierte. Althof ist Psychiatriepfleger mit einem eidgenössischen Diplom in Psychiatriepflege (SRK) und absolvierte Weiterbildungen in figurati- vem Psychodrama, Gestalttherapie nach Fritz Perls, psychologischer Beratung sowie in Terrorismusbekämpfung (Universiteit Leiden, Duke University, Princeton Univer- sity). Zudem entwickelte er Präventionsstrategien gegen Rechts- und Linksextremismus sowie gegen Jihadismus. Bis 2023 war er Leiter der Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention (FEXX) und arbeitete in einer selbstständigen Praxis in Basel.
Elham Manea
Prof. Dr. Elham Manea (geb. 1966 in Mahala Al Kubra, Ägypten) ist Titularprofessorin für Politikwissenschaft an der Universität Zürich. Sie ist spezialisiert auf die Politik der Arabischen Halbinsel, fragile Staaten in Konfliktzonen der MENA-Region – insbesondere Jemen –, auf Gender und Politik sowie auf den politischen Islam. Sie ist Autorin und Menschenrechtlerin und arbeitet als unabhängige Beraterin, unter anderem als externe Senior Expertin beim DCAF in Genf. Zu ihren Veröffentlichungen gehören auch zahlreiche wissenschaftliche und nicht-fiktionale Werke auf Englisch, Deutsch und Arabisch. In «The Yemeni Civil War: The Arab Spring, State Formation, and Internal Instability» (Exeter University Press, 2024) und «Gulf Rivalry and Yemeni Civil War» (erscheint demnächst) untersucht sie die Folgen der arabischen Aufstände im Jemen.
Hanna Pahls
Hanna Pahls (geb. 1997 in Jibla, Jemen) schloss 2024 ihr Studium in Zeitgeschichte und Politikwissenschaft an der Universität Zürich ab. In ihrer Masterarbeit untersuchte sie die Art und Weise, wie das Palästinensische Museum in der Westbank die Geschichte der Region darstellt, und beschäftigte sich mit der Schwierigkeit, über die Vergangenheit und die Gegenwart der Region zu sprechen, sowie mit den gegensätzlichen Narrativen, die den aktuellen politischen und historischen Diskurs dominieren. Das Konzept des dritten Raums wurde ihr während dieses Prozesses sehr wichtig, da es einen alternativen Weg zwischen den verhärteten Fronten in diesem scheinbar unlösbaren Konflikt vorschlägt.
Tekeal Riley
Tekeal Riley (geb. 1969 in Toronto) ist Tänzerin, bildende Künstlerin, Szenografin und Bewegungstherapeutin und lebt seit 1995 in Bern. Die kanadisch-schweizerische Künstlerin leitet regelmässig Kurse für zeitgenössischen Tanz, unterrichtet und bietet privat Trager-Therapie an. Zudem realisiert sie eigene Kunstprojekte. Ihre Mutter ist jüdisch, ihr Vater christlich. Obwohl sie nicht religiös erzogen wurde, fühlt sie sich ihrem jüdischen Erbe tief verbunden.
